Wer digitalisiert besser?
Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein Marathon, in dem einige davonziehen und andere hinterherhecheln. Aber warum unterscheiden sich die Geschwindigkeiten so deutlich? Sogar dann, wenn die Staaten ähnlich groß und wohlhabend sind? Die Struktur macht den Unterschied!
Zentralstaaten wie Frankreich oder das Vereinigte Königreich profitieren bei der Digitalisierung von klaren Vorteilen:
· Zentrale Steuerung digitaler Programme
· Einheitliche Standards für Identität, Register, Schnittstellen
· Nationale Plattformen statt vieler paralleler Lösungen
· Klare Verantwortlichkeiten für Betrieb und Weiterentwicklung
Und genau daran hapert es bei Föderalstaaten. Hier kocht oft jede Kommune ihr eigenes Süppchen. Und was in der analogen Welt vielleicht noch funktionierte, wird in der neuen Zeit zum großen Hindernis. Denn um die Prinzipen one-for-all, once-only und Interoperabilität einzuhalten, muss es Standards geben.
Die World Digital Government Rankings zeigen, dass Föderalstaaten häufig gute Einzellösungen hervorbringen, aber Schwierigkeiten haben, diese flächendeckend zu standardisieren und nachzunutzen. Im Ergebnis heißt das: langsameres Tempo, fragmentierte Landschaften, begrenzte Skaleneffekte. Die OECD formuliert es sinngemäß so: Je stärker Zuständigkeiten fragmentiert sind, desto stärker muss digitale Steuerung zentralisiert werden.
Zum Glück hat das auch die Bundesregierung erkannt. Standards und Vorgaben werden auch hier in Zukunft für mehr Interoperabilität sorgen. Nur die bereits verlorene Zeit kann Deutschland so nicht mehr aufholen.
Quellen:
OECD (2024/2025): Digital Government Index
OECD (2023): The Path to Becoming a Data-Driven Public Sector
World Digital Government Rankings (2025)
European Commission (2024): DESI – Digital Economy and Society Index
Bild: Dieses Bild wurde mit AI erstellt.
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