Warum Anna Musterson gelingt, was Erika Mustermann nicht schafft.

Die digitale Identität (eID) ist einer der Schlüssel der Digitalisierung. In Dänemark, Schweden und Finnland nutzen sie heute weit über 90 Prozent der Bevölkerung: z. B. für die Steuererklärung, die Ummeldung, das Elterngeld oder, um ein Unternehmen zu gründen. Auch in Deutschland existiert die technische Grundlage: Der Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion. Aber nur 25 % der Deutschen nutzen ihn. Warum?

Der wichtigste Unterschied ist nicht die Technologie. Es ist die Konsequenz, mit der sie eingesetzt wird. In Skandinavien ist die digitale Identität der Schlüssel zu fast allen wichtigen Alltagsservices. Wer mit dem Staat, der Bank oder der Versicherung interagiert, nutzt automatisch dieselbe vertrauenswürdige Identität. Dadurch entsteht ein echter Netzwerkeffekt: Je mehr Anwendungen integriert sind, desto wertvoller wird das System. Und je wertvoller es wird, desto häufiger wird es genutzt.

In Deutschland fehlt genau dieser Effekt.

Die Online-Ausweisfunktion ist zwar technisch sicher, aber im Alltag oft unsichtbar. Hinzu kommt, dass Aktivierung und Nutzung lange als kompliziert galten – PIN-Brief suchen, App installieren, Ausweis bereithalten … viel zu anstrengend. Die eigentliche Lehre aus Skandinavien ist deshalb überraschend einfach: Digitale Identität setzt sich nicht durch, weil sie existiert. Sondern weil sie unverzichtbar wird – und einfach.

Habt Ihr Eure eID mittlerweile schon mal genutzt und, wenn ja, wofür?

Bild: personalausweisportal.de + AI

Quellen: OECD – Government at a Glance 2025

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