Im föderalen System sind alle Bundesländer formal gleich zuständig.
Und trotzdem zeigen Rankings wie der Bitkom-Länderindex immer wieder: Einige Länder sind deutlich weiter. Auffällig oft vorne: Hamburg und Bayern.
Was machen sie anders?
1️⃣ Digitalisierung ist Chefsache
Hamburg bündelt digitale Steuerung in einer zentralen Senatsstruktur und setzt auf klare Gesamtverantwortung für E-Government, OZG-Umsetzung und Plattformdienste.
Bayern hat ein eigenes Staatsministerium für Digitales etabliert – mit klarer politischer Sichtbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit.
Das klingt banal, ist aber entscheidend:
Wenn ein Ministerium die gesamte Umsetzung verantwortet, ist das deutlich effektiver als die Aufteilung über mehrere Ministerien.
2️⃣ Plattformlogik statt Einzelprojekte
Hamburg treibt systematisch Einer-für-Alle-Leistungen voran und entwickelt Lösungen so, dass andere Länder sie nachnutzen können.
Bayern investiert früh in landesweite Plattformen, z. B. das BayernPortal als zentrale Einstiegsebene.
Beide Länder setzen stärker auf Standardisierung, Wiederverwendbarkeit und zentrale Architektur.
Das beschleunigt die Umsetzung – weil nicht jede Behörde bei null anfängt.
3️⃣ Monitoring und Steuerung statt Symbolpolitik
Digitale Fortschritte werden messbar gemacht.
Es gibt:
· Strategiepapiere mit Roadmaps
· klare Zuständigkeiten
· regelmäßiges Monitoring
4️⃣ Politische Priorisierung erzeugt Geschwindigkeit
Wenn Digitalisierung ein eigenes Ministerium und Budget hat, wird sie nicht zwischen anderen Themen zerrieben. Und genau hier liegt der Unterschied zu Bundesländern, in denen Digitalisierung zwar gewollt, aber organisatorisch nicht gebündelt ist.
Findet ihr die Zentralisierung von Digitalisierung richtig oder sollte dieses Thema sich über alle Ministerien strecken?
Bilder: zalazaksunca und Liggraphy für Pixabay.
Quellen:
Bitkom Länderindex 2024
OECD Digital Government Index
FITKO OZG-/EfA-Daten
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