Theoretisch ist die Sache klar. Alle Akteure der Verwaltungs-Digitalisierung, die Bundesregierung und die EU wollen, dass Bürger:innen auf einer Plattform alle Verwaltungsleistungen digital nutzen können – mit einem einzigen Login. Doch bisher ist diese eine Plattform nicht mehr als eine Idee.
Das Problem ist nicht die Technik. Andere Länder machen es vor.
Das Problem ist die Struktur.
Eine Verwaltungsplattform ist kein IT-Projekt, sondern eine Neustrukturierung der Verwaltung – über kommunale und föderale Grenzen hinweg.
Wer entscheidet? Wer betreibt? Wer haftet? Wer gibt Autonomie ab?
Plattformlogik braucht:
· einheitliche Standards
· gemeinsame Identitäten und Datenmodelle
· verbindliche Schnittstellen
Verwaltungslogik ist historisch anders gebaut:
· getrennte Zuständigkeiten
· getrennte Budgets
· getrennte Verantwortung
Gerade föderale Systeme stoßen hier an Grenzen. Freiwillige Standards führen selten zu echten Plattformen, sondern zu Vielfalt mit Login. Die Lösung ist theoretisch einfach, aber praktisch eine Herkulesaufgabe: Gesetzliche Vorgaben, die keine anderen Optionen mehr erlauben.
Wünscht ihr euch alle Services auf einer Plattform?
Quelle: OECD (2024/2025): Digital Government Index und World Bank (2024): GovTech Maturity Index
Bild: Erik Mclean für Unsplash
Hier findest Du den Text auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/feed/update/urn%3Ali%3Ashare%3A7425545141429522433