Warum Deutschlands sicherster Schlüssel kaum genutzt wird

In der Zukunft sollen alle Deutschen alle digitalen Dienstleistungen über eine einzige Plattform abrufen können, möglichst mit einmaliger Dateneingabe. Zur Einfachheit gehört auch, sich mit nur einem Schlüssel zu identifizieren. Und während der Rest noch Zukunftsmusik ist, gibt es diesen Schlüssel schon – ihn kennt nur kaum jemand. Noch weniger nutzen ihn: eID, die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises.
Woran liegt das?
Wie so oft: an der Komplexität. Wer die eID nutzen will, muss sie aktivieren, einen PIN-Brief anfordern, eine App installieren und ein NFC-fähiges Gerät besitzen. Viele Bürger:innen scheitern schon an diesem Einstieg. Auch die Nutzererfahrung überzeugt nicht: Verbindungsabbrüche, technische Hürden und komplizierte Prozesse schrecken ab.
Hinzu kommt: Der Nutzen ist für viele kaum sichtbar. Nur wenige Verwaltungsportale oder private Anbieter unterstützen die eID. Wer sie einrichtet, stellt schnell fest, dass man sie fast nirgendwo braucht. Und wo sie angeboten wird, konkurriert sie mit einfacheren Verfahren wie VideoIdent oder BankIdent – bequemer, aber weniger sicher.
Das größte Versäumnis liegt jedoch in der Kommunikation. Der Staat hat es verpasst, den Menschen zu erklären, warum die digitale Identität wichtig ist und wie sie den Alltag erleichtern kann.
Die Technik ist da. Was fehlt, ist die Umsetzung: einfache Nutzung, klare Integration in die BundID und künftig in die europäische Digital Identity Wallet.
Aber was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Wir helfen gerne dabei.
Habt ihr die eID schon mal genutzt? Wie war eure Erfahrung?
Bild von: personalausweisportal.de

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