Build or Buy?
Wer das fragt, liegt schon falsch. Denn die Antwort ist komplizierter.
Seit sich Verwaltungen rund um den Globus digitalisieren, stellt sich immer wieder die Frage: Software bauen lassen oder schon fertige Lösungen einkaufen. Klingt nach einer einfachen Entscheidung. Aber die Realität ist wie immer komplizierter.
Ein aktueller Beitrag des europäischen GovTech-Programms auf dem Interoperable Europe Portal weist darauf hin: Große Verwaltungsanwendungen sollten nicht als ein einziger technischer Block betrachtet werden, sondern als Summe vieler Teile.
Was meine ich damit? Dass man jedes Verwaltungs-Produkt in seine Einzelteile zerlegen muss, um dann zu entscheiden, ob eine Standard-Lösung reicht oder eine Neuprogrammierung nötig ist.
Nehmen wir eine digitale Förderplattform. Die besteht vielleicht aus: Login und Identitätsmanagement, vielen Formularen, einer Dokumentenablage, Benachrichtigungen und einem Freigabeprozess. Dazu kommen spezifische fachliche Funktionen. Und viele Behörden würden nun diskutieren, ob man eine Förderplattform als Komplett-Paket kauft oder sie von Grund auf programmieren lässt.
Aber diese Denke ist schwierig. Die bessere Frage lautet: Welche Teile existieren schon? Denn für ein Login muss eine Verwaltung nicht zum 100. Mal eine eigene Lösung entwickeln. Für Dokumentenmanagement wahrscheinlich auch nicht.
Wenn immer möglich, sollte also auf eine bewährte Lösung zurückgegriffen werden. Und wenn es die nicht gibt, natürlich eine Neuprogrammierung ausgeschrieben werden. Das spart Zeit, Nerven und vor allem Steuergeld.
Quellen:
https://lnkd.in/eqKsW5CR
Bild: Dieses Bild wurde mit AI erstellt.
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